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Erstes Nachhaltigkeits-Symposium Gelnhausen | 14.03.2019

Photo by Stem List on Unsplash
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„Man muß nicht Weizsäcker heißen, um etwas zu bewirken“ – so stellte sich Christine von Weizsäcker beim ersten Symposium zum Thema Nachhaltigkeit am 09.03.2019 in Gelnhausen vor. „Wir haben es verschlafen – gut 1,5 Generationen lang“. Sie moniert, dass wir zwar eine gute Bundesstrategie zum Thema Nachhaltigkeit hätten, diese aber nicht umgesetzt würde.


Nachhaltigkeit – Divergenz von Wissen und Handeln

Wissen und Handeln klaffe grundsätzlich auseinander. Wir seien zu sehr auf technologische Lösungen fixiert. Wie erreicht man es, Wissen in Handeln umzusetzen? Durch „selbst erschaffen“ – alles andere würde von den Menschen als fremdbestimmt erlebt. Es bliebe damit fremd und würde nicht „realisiert“.

Die SDG’s müssten vereinbar gemacht werden. Zivilgesellschaft muß sich ändern, Wirtschaft muß sich ändern  – Politik muß sich ändern.  Wie z.B. SDG 2 „Kein Hunger mehr“ umsetzen? Durch nachhaltige Landwirtschaft beispielsweise. Kleinbauern produzierten 70% aller Nahrungsmittel.

Ihr Rat ist: Anfangen sollten wir mit dem, was uns zum Thema Nachhaltigkeit leicht fällt bzw. dringend notwendig ist. Das „falsche“ darf nicht staatlich subventiert sein, das „richtige“ darf nicht teuer sein.

Ökologische und soziale Wahrheit von Preisen

Dem schließt sich Dr. Katharina Reuter vom Bundesverband Unternehmensgrün an. Sie bringt es auf den Punkt: „Die Pestizid-Banane muß teurer sein als die fair gehandelte Bio-Banane.“ Preise sagten derzeit nichts über die ökologische und soziale Wahrheit.

Preisbestandteile eines“ wahren“ Preises könnten z.B. verursachtes CO2 sein, soziale Kosten, Gesundheitskosten, Wasseraufbereitung…

Lt. der GFK Gesellschaft für Konsumforschung sei der Trend zu Bio kein Trend mehr, sondern eine gesellschaftliche Bewegung.

Nachhaltigkeits-Siegel

Sophie von Lilienfeld-Toal von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik erörterte das Thema Gütesiegel. Im Mittelalter signalisierten diese Herkunft, Haltbarkeit, Qualität. Heute stehen wir einem Dickicht von ca. 700 Siegeln gegenüber. Für fairen Handel, ökologische Landwirtschaft, ökologische Textilproduktion, artgerechte Tierhaltung  und vieles andere mehr. Eine Alternative zu dieser unübersehbaren Flut böte ein Siegel, das alle Bereiche abdeckt, wie z.B. das CSE-Siegel der GfaW. Es überprüft Nachhaltigkeitskriterien in ökonomischer, ökologischer und sozialer bzw. gesellschaftlicher Hinsicht.

Auf gesundheitsgefährdende Umweltgifte und ihre Auswirkungen in Form von Herz-Kreislaufkrankheiten oder Diabetes wies der Mediziner Hermann von Lilienthal-Toal hin.

Nachhaltigkeit lokal

Prof. Thomas Köbberling von der Hochschule Fulda stellte die (nicht börsennotierten) Bürger-Aktien vor, die von bundesweit tätigen Bürger AGs angeboten werden zur Unterstützung von regional tätigen Initiativen – ohne Massentierhaltung – ohne industrielle Landwirtschaft.

Den Gedanken der Nachhaltigkeit – den gäbe es schon lange, stellte Bürgermeister Daniel Christian Glöckner der Stadt Gelnhausen fest. Der Grundsatz „Lokal agieren – das ist nachhaltig“ hat s.E. bis Anfang 1900 funktioniert, trotz der Industrialisierung schon 100 Jahre früher. Lokal soll seiner Ansicht nach wieder mehr in den Fokus genommen werden.

Landrat Thorsten Stolz vom Mainz-Kinzig-Kreis stellte verschiedene Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit im Kreis vor. Angefangen bei Leihläden, Repair Cafes oder auch Läden mit einem rein regionalen Produktangebot sei hier eine neue begrüßenswerte Denk- und Handlungsweise gewachsen.

Das zeigt auf, eine Transformation vom Wissen hin zum Handeln gibt es. Es muß nur mehr werden.


Monika Stoehr,  Nachhaltigkeitsmanagement Darmstadt | Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Main | Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Neckar


Mehr zum Veranstalter und zur Veranstaltung der Gfaw Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik und UnternehmensGrün:

https://gfaw.eu

https://www.unternehmensgruen.org


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